Angewandte Ökonometrie

University of Innsbruck

Status: nicht eingeloggt

"In God we trust. All others must bring data."
(häufig W. Edwards Deming zugeschrieben)

Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung (Grundlagen)

Ein Kommentar aus einer früheren Lehrveranstatungsanalyse:

"Es war mit Sicherheit der aufwendigste Kurs meiner Unikarriere aber ich habe dafür auch in keinem Kurs mehr gelernt. Schade, dass ich ihn erst so spät gemacht habe, er hätte mir in vielen Fächern beim Verständnis geholfen."

Lehrveranstaltungsanalysen: SS 2011 VO, SS 2011 PS1, SS 2011 PS2, WS 2010/11 VO
(die LVA wurde nur in diesen Semestern Online durchgeführt, deshalb liegen keine weiteren LVAs digital vor)

Syllabus

Zeit und Ort: Wintersemester 2016/17


Die empirische Wirtschaftsforschung zielt darauf ab, quantitative Aussagen über ökonomische Zusammenhänge zu liefern. Dazu wird eine Vielzahl höchst unterschiedlicher Methoden angewandt, aber die mit Abstand wichtigsten Methoden entstammen der Ökonometrie. Deshalb konzentriert sich diese Veranstaltung hauptsächlich auf ökonometrische Methoden.
Kurz gesagt beschäftigt sich die Ökonometrie mit der Messung ökonomisch relevanter Zusammenhänge sowie deren Beurteilung, um damit Prognosen, Strukturanalysen und ähnliches erstellen zu können. Die Ökonometrie ist keineswegs nur für die Volkswirtschaftslehre relevant, ökonometrische Methoden kommen in (fast) allen Bereichen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zur Anwendung, ganz besonders im Bereich des Finance und Marketing.

Mit Hilfe ökonometrischer Methoden kann beispielsweise untersucht werden, welche Faktoren die unterschiedlichen Wachstumsraten von Ländern erklären, wie eine Marketingmaßnahme die Kaufwahrscheinlichkeit für ein Produkt beeinflusst, wie geldpolitische Maßnahmen die Börsenkurse beeinflussen, oder ob es einen Zusammenhang zwischen einem Rauchverbot in Restaurants und den Rauchgewohnheiten von Jugendlichen gibt usw.  Ökonometrische Methoden zählen deshalb längst zum Standard-Repertoire in allen Bereichen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und sind für ein Verständnis der modernen ökonomischen Literatur unverzichtbar.

Fundierte Kenntnisse ökonometrischer Methoden sind insbesondere für WirtschaftswissenschaftlerInnen von Bedeutung, die eine berufliche Tätigkeit in großen internationalen Organisationen anstreben, wie z.B. der Weltbank, OECD, IMF, Europäische Zentralbank, Entwicklungsbanken, usw. Für eine erfolgreiche Bewerbung in solchen Institutionen ist ein Nachweis einer ökonometrischen Ausbildung fast immer eine unabdingbare Voraussetzung.

Auch für eine berufliche Tätigkeit in der empirischen Wirtschaftsforschung (z.B. WIFO, IHS, WKÖ, Joanneum Research, etc.) und in den Forschungsabteilungen großer Banken und Unternehmen ist die Kenntnis ökonometrischer Methoden unumgänglich. Ähnliches gilt für Fondsmanager, Länderanaylsten usw. Selbst in der Industrie werden ökonometrische Modelle mittlerweile routinemäßig eingesetzt.

Aufgrund der zentralen Bedeutung der Ökonometrie verlangen bekannte internationale Universitäten für die Zulassung zu einem Masterstudium in Economics sehr häufig den Nachweis ökonometrischer Kenntnisse.


Die TeilnehmerInnen sollten am Ende des Kurses ...

Ablauf

Der Kurs besteht aus einem Vorlesungs- und einem Proseminarteil (PS2).

Vorlesung:

Die Vorlesung beginnt dreistündig und endet dafür etwas früher im Semester. Damit wird am Semesterende Raum geschaffen um ein eigenes kleines empirisches Projekt durchführen zu können. Genauere Angaben dazu folgen in der Veranstaltung.

Die Vorlesung orientiert sich eng am Manuskript, das auf diesen Seiten zur Verfügung gestellt wird. Am Semesterende (bzw. in der Prüfungswoche) findet eine Gesamtprüfung über den Stoff statt (Vorlesungs- bzw. Gesamtprüfung, näheres zur Anrechenbarkeit und Beurteilung siehe unten).

Proseminar:

Im Rahmen des PS werden Übungsbeispiele bearbeitet und diskutiert.

In der ersten Hälfte des Semesters finden regelmäßig kurze Wiederholungstests (Quicktests) statt. Von den 8-9 Quicktests werden die drei schlechtesten Resultate gestrichen. Die restlichen Quicktests gehen mit einem Gewicht von 50% in die PS-Note ein.

Zusätzlich sind (zum Teil interaktive) Übungsblätter zu bearbeiten, die mit einem Gewicht von 20% in die PS-Note eingehen.

Im letzten Semesterdrittel werden Sie schließlich ein kleines empirisches Projekt durchführen und einen kurzen Projektbericht dazu verfassen. Dieser Projektbericht geht mit einem Gewicht von 30% in die PS-Note ein. Für einen positiven Abschluss des Proseminars müssen sowohl bei den Quicktests mindestens 50% der erreichbaren Punkte erreicht werden, als auch 50% der maximal möglichen Gesamtpunkte erreicht werden.

Software

Sie sollten sich im Rahmen dieses Kurses auch ausreichende Kenntnisse im Umgang mit einer geeigneten Software aneignen, z.B. EViews, R oder Stata. Für welches dieser Programme Sie sich entscheiden hängt ausschliesslich von Ihren Interessen ab; EViews ist möglicherweise etwas einfacher in der Handhabung und hat seine besonderen Stärken im Bereich Zeitreihen (Finance); Stata wird auch in der "Statistischen Datenanalyse" verwendet und hat seine besonderen Stärken im Bereich der klassischen Statistik und der Mikroökonometrie, v.a. aber der Panelökonometrie.
R ist schliesslich eine äußerst mächtige und frei verfügbare Programmiersprache für statistische Anwendungen, die sich v.a. im akademischen Bereich immer mehr durchsetzt.

 

Prüfung

Die Vorlesung schließt mit einer schriftlichen Gesamtprüfung ab. Diese Gesamtprüfung umfasst im wesentlichen drei Teile. Im ersten Teil werden mit Hilfe von Multiple Choice Fragen einige grundlegende Kenntnisse, wie z.B. Definitionen, Rechenregeln u.ä. abgefragt. In einem zweiten Teil erhalten Sie Gelegenheit, Ihr handwerkliches Können anhand einfacher Rechenaufgaben zu demonstrieren. Im dritten Teil ist schließlich Ihre Fähigkeit zur Interpretation von Ergebnissen sowie zur Erläuterung grundlegender Konzepte gefragt. Ziel dieser Prüfung ist es, Sie zu einer eigenständigen Wiederholung und Aufarbeitung des Gesamtstoffes anzuregen.

Um Ihnen das Auswendiglernen von Formeln und ähnlichem zu ersparen, können Sie ein beidseitig beschriftetes DIN A4 Blatt zur Prüfung mitbringen (für nicht handgeschriebene Unterlagen gilt eine minimale Schriftgröße von 12 Punkt).

 

Anrechenbarkeit und Beurteilung

Bachelorstudium Wirtschaftswissenschaften - Management and Economics

Vertiefungsrichtung Volkswirtschaft:
SVWL Methoden der empirischen Wirtschaftsforschung (Grundlagen) ist gemäß §8 (2) ein Wahlmodul im Umfang von 4 Semesterwochenstunden und 7.5 ECTS Anrechnungspunkten.

Vertiefungsrichtung Betriebswirtschaft:
SVWL Methoden der empirischen Wirtschaftsforschung (Grundlagen) können als Wahlmodul gemäß §7 (5) 4. gewählt werden (4 Semesterwochenstunden, 7.5 ECTS Anrechnungspunkte).

Die Modulnote wird als gewichteter Durchschnitt aus der Gesamtprüfungsnote und der Proseminarnote berechnet, wobei die Gewichte aus den ECTS Punkten berechnet werden;
Modulnote = Runden[(3 x Gesamtprüfungsnote + 4.5 x Proseminarnote)/7.5].

Diplomstudium IWW (C155)

Nach § 7 Abs. 2 Z 41 als Wahlmodul oder als Freies Wahlfach. Die Modulnote wird als gewichteter Durchschnitt aus der Gesamtprüfungsnote (VO) und der Proseminarnote berechnet, wobei die Gewichte aus den ECTS Punkten berechnet werden;

Voraussetzungen

Positive Beurteilung des Pflichtmoduls Statistische Datenanalyse gemäß § 6 Abs. 4 Z 2 sowie Interesse an empirischen Fragestellungen.

 

Literatur

Literaturempfehlungen erhalten Sie in der Veranstaltung.

Inhalt

  1. Einführung
  2. Wiederholung Statistik und Matrixalgebra
  3. Grundlagen der Regressionsanalyse
  4. Eigenschaften von Schätzfunktionen
  5. Hypothesentests
  6. Multiple Regression
  7. Einfache Tests im multiplen Regressionsmodell
  8. Dummy-Variablen, nichtlineare Funktionsformen
  9. Multikollinearität
  10. Heteroskedastizität
  11. Autokorrelation
  12. Instrumentvariablen
  13. Spezifikation, Datenprobleme

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Kontakt: herbert.stocker@uibk.ac.at

Herbert Stocker - Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik - Universität Innsbruck