Angewandte Ökonometrie

University of Innsbruck

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"Von nichts sind wir stärker überzeugt als von dem, worüber wir am wenigsten Bescheid wissen."
(Michel de Montaigne, 1533-1592)

Methoden der Empirischen Wirtschaftsforschung (Grundlagen)

Ein Kommentar aus einer früheren Lehrveranstatungsanalyse:

"Es war mit Sicherheit einer der aufwendigeren Kurse meiner Unikarriere, aber ich habe dafür auch in keinem anderen Kurs mehr gelernt. Schade, dass ich ihn erst so spät gemacht habe, er hätte mir in vielen Fächern beim Verständnis geholfen."

Syllabus

Die Veranstaltungen finden bis auf weiteres ausschließlich im Adobe Classroom statt.

Zeiten: Sommersemester 2020


Die empirische Wirtschaftsforschung versucht quantitative Aussagen über ökonomische Zusammenhänge zu liefern. Dazu wird eine Vielzahl höchst unterschiedlicher Methoden angewandt, aber die mit Abstand wichtigsten Methoden entstammen der Ökonometrie. Deshalb konzentriert sich diese Veranstaltung hauptsächlich auf ökonometrische Methoden.
Kurz gesagt beschäftigt sich die Ökonometrie mit der Messung ökonomisch relevanter Zusammenhänge sowie deren Beurteilung, um damit z.B. wirtschaftspolitische Maßnahmen evaluieren sowie Prognosen, Strukturanalysen und ähnliches erstellen zu können. Die Ökonometrie ist keineswegs nur für die VWL relevant, ökonometrische Methoden kommen in (fast) allen Bereichen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zur Anwendung, ganz besonders im Bereich des Finance, Accounting, Marketing, usw.

Mit Hilfe ökonometrischer Methoden kann beispielsweise untersucht werden, welche Faktoren die unterschiedlichen Wachstumsraten von Ländern erklären, wie eine Marketingmaßnahme die Kaufwahrscheinlichkeit für ein Produkt beeinflusst, wie geldpolitische Maßnahmen die Börsenkurse beeinflussen, oder ob es einen Zusammenhang zwischen einem Rauchverbot in Restaurants und den Rauchgewohnheiten von Jugendlichen gibt usw.
Ökonometrische Methoden zählen deshalb längst zum Standard-Repertoire in allen Bereichen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und sind für ein Verständnis der modernen ökonomischen Literatur unverzichtbar.

Fundierte Kenntnisse ökonometrischer Methoden sind insbesondere für WirtschaftswissenschaftlerInnen von Bedeutung, die eine berufliche Tätigkeit in großen internationalen Organisationen anstreben, wie z.B. der Weltbank, OECD, IMF, Europäische Zentralbank, Entwicklungsbanken, usw. Für eine erfolgreiche Bewerbung in solchen Institutionen ist ein Nachweis einer ökonometrischen Ausbildung fast immer eine unabdingbare Voraussetzung.

Auch für eine berufliche Tätigkeit in der empirischen Wirtschaftsforschung (z.B. WIFO, IHS, WKÖ, Joanneum Research, etc.) und in den Forschungsabteilungen großer Banken und Unternehmen ist die Kenntnis ökonometrischer Methoden unumgänglich. Ähnliches gilt für Fondsmanager, Länderanaylsten usw. Selbst in der Industrie werden ökonometrische Modelle mittlerweile routinemäßig eingesetzt.

Aufgrund der zentralen Bedeutung der Ökonometrie verlangen anerkannte internationale Universitäten für die Zulassung zu einem Masterstudium in Economics fast immer den Nachweis ökonometrischer Kenntnisse.


Die TeilnehmerInnen sollten am Ende des Kurses ...

Ablauf und Benotung

Aufgrund der besonderen Bedingungen dieses Semester müssen sowohl den Ablauf als auch die Benotung ändern.

VU

Die Online Übungen gehen mit einem Gewicht von 30% in die VU Note ein. Am Ende des Semesters findet je nach den dann herrschenden Bedingungen entweder eine schriftliche oder mündliche Prüfung (Adobe Classroom) über den Gesamtstoff statt, die mit einem Gewicht von 70% in die VU-Note eingeht.

PS

Da wir keine regelmäßigen Quicktests durchführen können werden wir in der zweiten Semesterhälfte ein kurzes Prüfungsgespräch zum bisherigen Stoff führen. Dieses geht mit einem Gewicht von 50% in die PS Note ein.

Im letzten Semesterdrittel werden Sie ein kleines empirisches Projekt durchzuführen und dazu einen kurzen Projektbericht zu verfassen. Dieser Projektbericht geht mit einem Gewicht von 50% in die PS-Note ein.

Software

Sie sollten sich im Rahmen dieses Kurses auch ausreichende Kenntnisse im Umgang mit einer geeigneten Software aneignen, z.B. R oder Stata. Für welches dieser Programme Sie sich entscheiden hängt ausschliesslich von Ihren Interessen ab; Stata hat seine besonderen Stärken im Bereich der klassischen Statistik und der Mikroökonometrie, v.a. aber der Panelökonometrie.
R ist eine äußerst mächtige und frei verfügbare Programmiersprache für statistische Anwendungen, die sich nicht nur im akademischen Bereich immer mehr durchsetzt.

 

Literatur

Literaturempfehlungen erhalten Sie in der Veranstaltung.

Inhalt

  1. Einführung
  2. Wiederholung Statistik und Matrixalgebra
  3. Grundlagen der Regressionsanalyse
  4. Eigenschaften von Schätzfunktionen
  5. Hypothesentests
  6. Multiple Regression
  7. Einfache Tests im multiplen Regressionsmodell
  8. Dummy-Variablen, nichtlineare Funktionsformen
  9. Multikollinearität
  10. Heteroskedastizität
  11. Autokorrelation
  12. Instrumentvariablen
  13. Spezifikation, Datenprobleme

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Kontakt: herbert.stocker@uibk.ac.at

Herbert Stocker - Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik - Universität Innsbruck